Anfahrt: Nachts um 3 Uhr klingelte der Wecker, das Motorrad wartete gepackt in der Garage. Nach leichtem Frühstück und kräftigem Kaffee starteten wir in Richtung Norden. Auf der A31 fuhren wir bis zum Abzweig Hede um dann entlang des Küstenkanals nach Oldenburg zu fahren. In Oldenburg gab es dann das zweite Frühstück. Auf dem Weg zum Wesertunnel änderte sich das Wetter im Inland bedrohlich, so dass wir nach Durchqueren des Wesertunnels sofort in Richtung Küste nach Cuxhaven abbogen. Dort schien dann auch wunderschön die Sonne, was uns veranlasste ein Abstecher in den Hafen zu den Fischrestaurant zu machen. Also nutzen wir das schöne Wetter und setzen uns im Restaurant Dister auf die Terasse.
Von Cuxhaven ging es dann entlang der Küste zur Elbefähre nach Wischhafen. Kaum eingebogen in die Anfahrtsstraße zur Fähre sahen wir auch schon das Stauende. Wir pötterten langsam und gemütlich am Stau vorbei und reihten uns vorne bei anderen Motorradfahren mit ein. Ein klarer Vorteil und süffisanter Genuss. Ruhige Überfahrt und ein paar Benzingespräche mit den anderen Reisenden verkürzten die Zeit.
Von Glückstadt aus ging es via Itzehoe nach Neumünster, wo wir uns das Hotel Wittorf anschaute. Ein sehr schönes Motorradhotel, leider mitten in einen Industriegebiet. Nach einer durstlöschenden Apfelschorle entschieden wir uns weiter in Richtung Plöner See zu fahren um dort eine Unterkunft zu suchen. Die Wahl fiel auf das Hotel Schwanensee im Ortsteil Bosau. Bosau selbst ist ein kleiner überschaubarer Ort und das Hotel liegt direkt am See mit eigenem Zugang, schöner Sonnenterasse und leckerer Küche. Nach der ersten Nacht im Doppelzimmer wechselten wir dann in eine Ferienwohnung im der ersten Etage des Hotels.
Der nächste Tag hatte ein großes Ziel, die Insel Fehmarn. Über Plön fuhren wir nach Malente und tätigten erstmal Einkäufe im Aldi. Über Lütjenburg fuhren wir in Richtung Hohwachter Burg direkt an die Ostsee. Hohwacht selbst ist nett und beschaulich, gan im Gegensatz zu unseren nächsten Ziel: Heiligenhafen. Trubel ist dort angesagt mit riesigem Yachthafen. Über die Brücke am Fehmarnsund ging es dann in Richtung Puttgarden zum Fähranleger nach Dänemark. Außer den Fähren gab es nichts sehenswerter und wir steuerten die Hauptstadt von Fehmarn an, Burg auf Fehmarn. Ländliche Idylle der Insel wechselte schlagartig in Kirmestrubel, Burg war völlig überlaufen. Ortsausswärts fanden wir eine kleine Fischräucherei mit Imbiss im Garagenhof, echt lecker. Zurück auf dem Festland ging es durch Heringsdorf, Dahme, Grömitz, Neustadt in Holstein und Eutin zurück nach Bosau in unser Quartier.
Der nächste Tag sollte uns nördlich bis an die Schlei führen. Wieder über Lütjenburg nach Norden in Richtung Ostsee. Diesmal aber nach Westen in Richtung Kalifornien und Brasilien. Tatsächlich tragen einige Küstenorte dieser Namen. Kurzer Stopp in Laboe am Ehrendenkmal der deutschen Ubootfahrer bevor wir uns schnell durch Kiel navigierten. Im Olympiahafen von Kiel in Strande genossen wir die Aussicht auf den kleinen aber feinen Yachthafen und machten uns auf nach Eckernförde. Der Verkehr in Eckenförde wurde immer stärker und beschlossen eine zügige Weiterfahrt nach Damp. Eine wahre Retortenstadt an der Ostsee, Hafen, Hotels und Kliniken. Ganz im Gegensatz zu unserer nächsten Station, Kappeln an der Schlei. Beschaulicher Ort mit Hebebrücke für den Schiffsverkehr zwischen Schlei und Ostsee. Nach ortsüblichen Verzehr von Meeresgetier ging es weiter nach Maasholm einer wunderschönen Halbinsel an der Ostsee. Hafen und Ortskern wirken nahezu malerisch und laden zum Verweilen ein. Über Arnis ging es weiter an der Nordseite der Schlei bis wir mit einer kleinen Fähre nach Missunde an die Südseite übersetzten. Über Fleckerby nach Bordesholm ging es zurück nach Plön, wo wir noch einen Bikertreff direkt am See entdeckten. Halbe Runde um den See und wir erreichten Bosau.
Ab in Richtung Osten mit Ziel Warnemünde war das große Ziel für den nächsten Tag. Über Eutin in Richtung Travemünde und dann entdeckten wir einen Tunnel unter der Trave (Herrntunnel, 1.20€ Maut). Kurz danach erreichten wir Mecklenburg-Vorpommern und die damalige Grenzstadt Dassow. An der Ostsee schauten wir uns das fast mondän wirkende Ostseebad Boltenhagen an, quasi zu 100% runderneuert. Über Wismar erreichten wir die Insel Poel in der Mecklenburger Bucht. Eine kleine Inselrundfahrt bis zur Spitze nach Timmendorf und die Besichtigung des Hafens in Kirchdorf boten sich an.
Zurück auf dem Festland ging es nach Kühlungsborn, ein weiteres Ostseebad. Die Stadt wirkte wie eine große Shoppngmall unter freien Himmel mit vielen Restaurants und Hotels. Zudem herrschte ein großer Besucherandrang. Also weiter nach Heiligendamm, der Platz des G8 Gipfel in Juni 2007. Aufgrund der vielen Secrurity rund um die Hotels am Strand könnte man meinen, das weiterhin unheimlich wichtige Gäste dort absteigen. Über Nienhagen ging es dann weiter nach Warnemünde, wo wir uns den Industriehafen und den Yachthafen anschauten. Leider war an diesem Tag keins der großen Kreuzfahrtschiffe vor Ort. Zurück nach Nad Doberan und Kröpelin nutzen wir aufgrund der fortgeschrittenen Zeit die neu A20 bis Lübeck um wieder über Eutin nach Bosau zu fahren.
Der vorletzte Tag sollte etwas ruhiger werden und wir planten eine kleine Tour zwischen Holsteiner Schweiz und Ostsee. Erstmal war aber Maschinepflege angesagt und das Motorrad wurde geputzt.
Zunächst folgten wir den Schildern nach Bad Segeberg und besichtigten das Gelände rund um das Freilichtheater mit den Karl-May Festspielen. Nach kurzrm Stopp ging es in Richtung Lübecker Bucht mit Ziel Scharbeutz an der Ostsee. In den Städten Scharbeutz, Haffkrug und Sierksdorf führt eine wunderbare Straße direkt an der Ostsee entlang. Auf der eine Seite die Ostsee und auf der anderen Seite Fischbuden und Cafes.
Mit eine Durchfahrt der Stadt Timmerdorfer Strand gelangten wir schließlich nach Travemünde. Die Innenstadt war allerdings derart überlaufen, das wir schnellstmöglich zurück nach Haffkrug fuhren. Ein wunderschönes Cafe hatte Strandkörbe als Sitzgelegenheit mit Ausblick auf die Ostsee. Der Cappuchino schmeckte hervorragend und ein kleines Nickerchen erfrischte ebenfalls. Dazu noch Bilderbuchwetter vom Feinsten, Erholung pur. Auf dem Rückweg zum Quartier entdeckten wir noch eine Fischräucherei in Ascheberg direkt am See.
Der letzte Tag war zum heulen, jedenfalls tat dies der Himmel aus seinen Wolken. Der Nord-Ostsee Kanal sollte das Ziel sein bis zur Eidermündung. Wir schafften es aber nur bis Rendsburg, weil der Himmel immer wieder seine Schleusen öffnete und wir kräftig nass wurden.
In Rendsburg nutzen wir die Schwebefähre und bekamen wir von einen älteren Herrn aus dem Nachbarauto noch gute Tipps für preiswerten Mittagstisch. Tatsächlich gut, wie wir gleich erprobten. Verzweifelt nahmen wir dann den Heimweg nach Bosau, quasi von Gewitterwolke zur nächsten Gewitterwolke. Völlig durchnässt errechten wir unsere Ferienwohnung.
Viele Schauer begleiteten uns dann auch auf dem Rückweg nach Hause. Dabei wählten wir kürzeste Strecke über die A1 mit Wechsel auf die A31 im Emsland. Von der A31 nutzten wir dann die Querverbindung über Wesel zur A57. 2664 km problemlose Kilometer auf der Vulcan, die uns viel Freude bereitet haben.










